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Franz Bourgeois, Großvater von Franz Hubert Bourgeois

geboren im Mai 1816 in Köln, Domkloster 3, verstorben 1894 in Köln.
viertgeborener Sohn des Nagelschmiedes Stephan Bourgeois aus Brinville, Ile-De-France, France und Christina Simons.

1. Ehefrau Anna Margarethe Weyrauch, Tochter des Jean Gaspard Caspar Weyrauch und Jeanne Elisabeth Schmitz aus Eschweiler, Germany
2. Ehefrau Juliana Rieckmann, Tochter des Johann Heinrich Rieckmann und Johanna Maria Agnes Rick aus Köln-Jülich, Germany

Gründungsvater der Blauen Funken in Köln.
Franz Bourgeois

Kunstsammler und Antiquitätenhändler
Bildquelle Blaue Funken


Herr Marcus Leifeld von den Blauen Funken in Köln war so freundlich und hat mir den nachfolgenden Auszug aus dem

Liederheft der Blauen Funken 1974, S. 145f. zur Verfügung gestellt:

... Aus seinem Leben ist wenig bekannt geworden, wenngleich die Familie im Kölner Kunsthandel einen Namen hatte und mit der Aufsehen erregenden Versteigerung

l

geleitwort

Collection Bourgeois Fréres“ bei Lampertz, vom 19. bis 29. Oktober 1904,

die die Welt wieder einmal in das Mekka aller Kunstsammler rief. Die Frankfurter Zeitung pries die Auktion als
„Ereignis ersten Ranges auf dem internationalen Kunstmarkt“-l siehe dazu auch Caspar Bourgeois


Doch Franz Bourgeois [?] erlebte das nicht mehr. 1895 war auf der Ursulastraße verstorben, dort, wo man ihn lange als Kunsthändler inmitten seiner Schätze thronen sah. Zu den Besuchern und Käufern gesellte sich der bekannte Domkapitular Alexander Schnütgen. Er schätzte die im Metier „Kunst“ profilierte Familie Bourgeois. Auch das Geschäft auf der Ursulastraße war, weiß Gott, kein Allerweltsladen.

Im Lebenszuschnitt des Mannes verkörperte sich die Liebe seiner Zeit zur Historie, zur betrachtenden, wertenden Rückschau – eigenartig gepaart mit modernem Fortschrittsglauben. „Fortschritt“ – Zauberwort des Jahrhunderts. Am Domkloster 3 im Mai 1816 geboren, wuchs der Junge im wahrsten Sinne unter dem noch unvollendeten Dom auf, erlebte dessen Wiederentdeckung, seinen Wiederaufbau als „Nationaldenkmal“. Der Vater kam aus dem Handwerkerstand, erlernte den Beruf eines Nagelschmiedes. Das alles sind sicherlich nur dürre biographische Anmerkungen und trotzdem werden dabei zwei wesentliche Pole angesprochen: Das nationale wie das lokalgebundene, kölnische Kolorit in gleicher Weise. Der von Franz Bourgeois um das Jahr 1870 geführte „Nationale Klub“ äußerte nur folgerichtig die Meinung der Umwelt. Unter uferlosen Vereinsgründungen der Epoche beibt er indes Randerscheinung. Dem Chronisten fiel unlängst ein Blatt mit summarisch formulierten Zielen des Kölner Männerzirkels in die Hände, der bald mehr eine Stammtischrunde zu repräsentieren schien, dessen Mutation spezifisch kölnisch wirkt. Hier nun wurde dem Karneval kalenderbedingter Tribut gezollt. Das „Hotel Germania“ – es diente ab und an dem „Festkomitee“ als Standquartier – war dafür weithin bekannt, konnte fastnachtliche Traditionen vorweisen. Und eben hier tagten die Herren des „Nationalen Klub“. Wer die Idee zur Gründung der „Kölner Funken-Artillerie“ auf den Tisch brachte, ob man sich der „Bombardiere“ von 1854 erinnerte, bleibt vorerst Geheimnis. Vielleicht sogar lag sie einfach in der Luft, brauchte keines besonderes Anstoßes. Aber wir sind da im Ungewissen, auch auf Vermutungen angewiesen, was die Uniform der neu ins Leben gerufenen Karnevalsgesellschaft anlangt.

... Für die anderen war Franz Bourgeois zu forsch. Er scheint ob der heftigen Angriffe [konservativer Karnevalisten], trotz „des kleinen, treuen Anhängerkreises“, bald resigniert zu haben. In der Zukunft noch fallen manchmal die Vokabeln „Rücksichtlosigkeit“ – „eigene Wurst braten“. Beckmessernd legen „führende Persönlichkeiten“ die Meßlatte an das Artilleristen-Funkenkorps. Einigen handhabte Bourgeois das Narrenzepter in den „wenigen, ersten, wohlgelungenen Sitzungen zu akademisch-souverän. Seine Gesellschaft wird als „vornehm“ deklariert. Dabei konnte sich jeder von den deftigen Veranstaltungen zuerst in der Beengtheit des „Germania“ auf unbequemen Stühlen, sodann (ab 1889) im „Viktoriasaal“ am Waidmarkt, dem „Riehler Ballhaus“ oder „auf dem Gürzenich“, überzeugen. Handwerker, Kaufleute vor allem weist das Mitgliederverzeichnis auf. Nichts Hochgestochenes eigentlich....

Weitere Texte zu Franz Bourgeois auf der Seite der Blauen Funken

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